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Grüne Revolution im Bauwesen

Mehr als einhundertmal taucht das Wort „Nachhaltig“ im aktuellen Koalitionsvertrag der designierten Regierung auf – einige Male auch im Zusammenhang mit den Begriffen Bauen und Wohnen. Doch zum nachhaltigen Bauen braucht es klimafreundliche Materialien und moderne Technologien.  

Von Pia Wegener
Bildquelle: iStock | adventtr

98 Meter soll das höchste Holz-Hochhaus Deutschlands in ein paar Jahren in den Berliner Himmel ragen. Der Wohnturm der Superlative soll dabei Platz für Wohnungen, Gewerbe und soziale Projekte bieten. Vor allem aber soll WoHo, wie das Projekt genannt wird, klimaneutral erbaut werden. Bis auf Untergeschoss, Treppenhäuser und Aufzugsschächte soll das gesamte Gebäude aus Holz errichtet werden. Der Baustoff gilt als klimafreundlich, ist er doch leicht zu bearbeiten, fast überall vorhanden, nachwachsend und bindet das Treibhausgas CO2.  

Mehr Lebensqualität

Es sind jedoch nicht die Leuchtturmprojekte wie das Berliner WoHo, die das Bauen und Wohnen wirklich klimaneutral gestalten. Vielmehr ist es die Masse an bereits gebauten Ein- und Zweifamilienhäusern, die – gemessen an der Zahl ihrer Bewohner –, überdurchschnittlich viel Energie, Fläche und Rohstoffe verbrauchen. Sie gilt es, nach klimafreundlichen Gesichtspunkten zu sanieren und modernisieren – sei es mit modernen Heizanlagen, die auf fossile Energieträger verzichten, oder mit nachhaltigen Bau- und Dämmstoffen, die nicht nur helfen, Energie zu sparen, sondern auch CO2 binden.

Werden Neubau oder saniertes Bestandgebäude dann auch noch mit einer intelligenten Gebäudetechnik samt Lüftung und Wärmerückgewinnung ausgestattet, lassen sich nicht nur Energie und Ressourcen effizient nutzen. Solch moderne Gebäude bringen auch den Bewohnern ein Plus an Lebensqualität.

Nachhaltigkeit in den eigenen vier Wänden

Aber auch Mieter und Hausbesitzer selbst können einiges für mehr Nachhaltigkeit in ihren eigenen vier Wänden tun. Das beginnt schon bei der Einrichtung. Möbel aus zweiter Hand, etwa vom Flohmarkt, können mit wenig Aufwand upgecycelt, also „aufgemöbelt“ werden. Noch nachhaltiger wird es beim Energiesparen, entfällt doch rund ein Viertel des eigenen CO2-Fußabdrucks auf den Strom- und Wärmebedarf. Neben LED-Lichtern und einem Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter sorgen auch energieeffiziente Geräte für einen nachhaltigeren Wohn- und Lebensstil. Mehrfachsteckdosen mit Netzschalter sind ebenfalls kleine Helfer beim täglichen Stromsparen. Noch klima- und geldbeutelschonender wird es mit Smart-Home-Technik, zum Beispiel mit intelligenten Thermostaten an Heizkörpern, die sich aus der Ferne steuern lassen. Die werden sogar vom Bund gefördert.

Erschienen Dezember 2021 in Nachhaltiges Deutschland

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