Baden-Württemberg  |  Nachhaltigkeit bei Finanzanlagen

Grüne Rendite

Vor allem jüngere Sparer wollen ihr Geld nicht nur gewinnbringend, sondern auch nachhaltig anlegen. Doch es gibt ein Nord-Süd-Gefälle.

Von Katharina Lehmann
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Geht es nach dem Willen der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher, werden nicht nur Lebensmittel, Häuser und Energie grün. Auch der Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sollen möglichst nachhaltig ausgerichtet sein. Banken, Versicherungskonzerne und Vermögensverwalter müssen bei der Ausgestaltung von Anlageprodukten zunehmend auf ESG-Kriterien achten. ESG steht für Environmental, Social and Governance – mit den Investitionen sollen also vor allem Unternehmen unterstützt werden, die ihr Geschäft so ausrichten, dass sie auch die Umwelt, soziale Belange und die eigene Unternehmenspolitik beachten.

Bei Anlegern stößt das Angebot auf lebhaftes Interesse. Allein im Jahr 2020 haben die Deutschen Gelder in Höhe von 335,3 Milliarden Euro in ESG-Kriterien berücksichtigende Investments gesteckt – ein Plus von 25 Prozent und neuer Rekord, so die Ergebnisse des Marktberichts 2021 des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG). Es waren vor allem die nachhaltigen Investmentfonds, die mit einem Volumen von 107 Milliarden Euro um rund 69 Prozent über dem Vorjahreswert lagen. Treiber der grünen Investmentwelle sind vor allem private Anleger. So habe sich nach Angaben des FNG das Anlagevolumen privater Investoren im vergangenen Jahr auf 39,8 Milliarden Euro mehr als verdoppelt – und das nicht erst 2020. In den vergangenen fünf Jahren haben Privatanleger im Schnitt jährlich 34 Prozent mehr Geld in nachhaltige Investments gesteckt.
 

Junge Anleger setzen für mehr Nachhaltigkeit bei Finanzanlagen auf Grün
Es sind vor allem die Generationen Y und Z, die ihr Geld nicht nur renditeträchtig, sondern auch nachhaltig anlegen wollen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Vorsorgeunternehmens Swiss Life Deutschland gaben 45 Prozent der unter 39-Jährigen an, Nachhaltigkeit spiele bei der Finanzanlage eine wichtige Rolle. Zum Vergleich: Bei den älteren Jahrgängen der Babyboomer und Generation X betonten 36 Prozent die Bedeutung von ESG-Kriterien für ihr Investment. Unterschiede gab es aber nicht nur im Generationenvergleich, sondern auch zwischen den Bundesländern: So zeigten Anleger im Süden Deutschlands ein hohes Interesse an nachhaltigen Investments, die östlichen Bundesländer – mit Ausnahme von Berlin – waren weniger offen.

Erschienen April 2022 in Grünes Baden-Württemberg

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